Wichtige Werte

Blutzuckerwerte

Menschen mit Diabetes sollten jederzeit den Überblick über ihren Stoffwechsel behalten. Gerade für Menschen mit Diabetes, die Insulin spritzen, ist es wichtig, regelmäßig den Blutzucker zu messen, um die Therapie an die Lebensumstände und die Ernährung anpassen zu können.

Zielwerte für Menschen mit Diabetes1:

Blutzuckerwert nüchtern100-125 mg/dl (5,6-6,9 mmol/l)
2 Std. nach den Mahlzeiten:140-199 mg/dl (7,8-11,0 mmol/l)
Langzeitblutzucker HbA1c:
(Durchschnittswert über 2-3 Monate)
6,5 -7,5 Prozent (Zielkorridor)

Der Langzeitblutzuckerwert HbA1c

Ein bedeutender Messwert für eine gute Blutzuckereinstellung ist der so genannte Langzeitblutzuckerwert (HbA1c). Er spiegelt den durchschnittlichen Blutzuckerwert der letzten zwei bis drei Monate wider – unabhängig davon, ob die Blutzuckerwerte in der Zwischenzeit stark angestiegen oder gesunken sind. 

Liegt der Langzeitblutzuckerwert dauerhaft über sieben Prozent (Zielkorridor: 6,5 bis 7,5 Prozent), werden Gefäße und Nerven geschädigt. Diese Schädigungen schreiten schleichend voran und bleiben meist lange Zeit unbemerkt – können jedoch langfristig zu Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, Erblindung und Amputationen führen. Das muss nicht sein! Die Ergebnisse einer der größten Studien zur Therapie des Typ-2-Diabetes belegen, dass durch eine langfristig gute Blutzuckereinstellung das Risiko für Spätschäden deutlich reduziert wird.2

Cholesterin

Cholesterin erfüllt im Körper unentbehrliche Aufgaben. Es ist ein wichtiger Bestandteil der Plasmamembran und dient als Baustein für die Bildung von Hormonen, Gallensäuren und Vitamin D. Ist das Cholesterin auf Dauer in zu hohen Mengen im Blut vorhanden, kann dies negative Folgen für die Gesundheit haben. Insbesondere ein erhöhter LDL-Cholesterin-Wert begünstigt auf Dauer Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Arteriosklerose oder Herzinfarkt.3 Doch nur 43 % der Deutschen lassen regelmäßig ihre Cholesterinwerte prüfen. Dabei ist der Cholesterin-Check ein wichtiger Bestandteil für eine aktive Gesundheitsvorsorge: Ein mögliches Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann so rechtzeitig erkannt und behandelt werden.4

Zielwerte LDL-Cholesterin5 

Sehr hohes Herz-Kreislauf-Gesamtrisiko:
(z.B. Typ-1- oder Typ-2-Diabetes mit Organschäden,
dokumentierter Herz-Kreislauf-Erkrankung, 
schwerer Nierenerkrankung) 

unter 70 mg/dl (1,8 mmol/l)



Blutdruck

Für die Früherkennung eines Diabetes ist die Blutdruckmessung wichtig, denn Blutdruck und Diabetes gehen oft Hand in Hand einher. Ab einem Wert von 140/90 mmHg liegt ein Bluthochdruck vor, der behandelt werden sollte.6

Übergewicht, BMI und Taillenumfang

Übergewicht, gekennzeichnet durch einen hohen Body-Mass-Index (BMI) und einen erhöhten Taillenumfang, begünstigt die Entstehung eines Diabetes.

Beim Diabetes-Risikocheck wird sowohl der BMI bestimmt als auch der Taillenumfang gemessen.

BMI = Körpergewicht (kg): Körpergröße (m2)

BMI = Körpergewicht (kg) : Körpergröße (m2)

Es gilt7:

BMI < 25 kg/m2 Normalgewicht

BMI 25 – 30 kg/m2 Übergewicht

BMI ≥ 30 kg /m2 Adipositas

Auch der Taillenumfang kann zur Bestimmung von Übergewicht herangezogen werden. Ein erhöhtes Risiko für Stoffwechselerkrankungen haben Frauen mit einem Taillenumfang von 80 cm und mehr, Männer mit 94 cm und mehr. Ein erheblich gesteigertes Risiko besteht bei Werten ab einem Bauchumfang von 88 cm bei Frauen und 102 cm bei Männern.7

  1. Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale Versorgungsleitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes – Langfassung, 1. Auflage. Version 4. 2013, zuletzt geändert: November 2014, www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-001gl_S3_Typ-2-Diabetes-Therapie_2014-11.pdf (Zugriff: 23.11.2016), DOI: 10.6101/AZQ/000213
  2. Strattion IM et al. Association of glycaemia with macrovascular and microvascular complications of type 2 diabetes (United Kingdom Prospective Diabetes Study, Holmann RR et al., 10-Year Follow-Up of Intensive Glucose Control in Type 2 Diabetes. N. Engl J Med 2008, 359: 1577-89 35): prospective observational study. BMJ 2000; 321: 405-12
  3. Cholesterol Treatment Treatment Trialists´ (CTT) Collaboration, Lancet 2005; 366:1267-78
    (Zugriff: 23.11.2016)
  4. Nielsen. März 2015. Repräsentative Online Studie zum Kenntnisstand von Hypocholesterinämie in der allgemeinen Bevölkerung in Deutschland
  5. Catapano AL et al., 2016, ESC/EAS Guidelines for the Management of Dyslipidaemias. Eur Heart J 2016;37(39): 2999-3058
  6. Deutsche Herzstiftung: Bluthochdruck: Das sollten Betroffene wissen, www.herzstiftung.de/Bluthochdruck.html (Zugriff: 23.11.2016)
  7. WHO. Obesity: preventing and managing the global epidemic. WHO Technical Report Series 894, Genf 2000
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